Gefängnisse 1945 für Zivilisten im Königsberger Gebiet

Die sowjetische Hinrichtungsstätte auf dem Erich-Koch-Platz, heute Baltica Stadion.

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Der damals 47- Sägewerkarbeiter Hermann M. schildert die Erlebnisse nach der Kapitulation Königsbergs. Er saß für drei Jahre seit 1942 im Gefängnis und wurde von der sowjetischen Bsatzungsmacht als „Bezirksbürgemeister“ des Vorortes Ponarth eingesetzt.

(…) Sämtliche auffindbare Mitglieder der NSDAP und „Personen, die möglicherweise dem Nationalsozialismus nahe standen“, wurden von den Sowjets „in besonderen Lagern“ in Methgethen, Labiau und Insterburg, ode auch im Königsberger Gefängnis interniert.

Allein im Mai 1945 „starben oder verschwanden“ dem Bezirksbürgermeister zufolge im Königsberger Stadtgefängnis „an Folgen von Typhus“, sonstigen Krankheiten, aber auch an „Genickschuß“ über 1500 Menschen.

„Am 20. Juli 1945 hätten die Sowjets der neuen deutschen Stadtverwaltung befohlen, „einer Massenhinrichtung von 1000 Menschen“ beizuwohnen, „die auf dem Erich-Koch-Platz durch Fallbeil an politischen Gefangenen vorgenommen wurde.“

Quelle: DER ZUSAMMENBRUCH DES DEUTSCHEN REICHES 1945, Zweiter Halbband, DIE FOLGEN DES ZWEITEN WELTKRIEGES, Im Auftrag des Milítärgeschichtlichen Forschungsamtes, Herausgegeben von ROLF-DIETER MÜLLER, S. 597 – 597.

Nach der Primärquelle: Hermann M., Bericht über die Vorkommnisse und Zuständ ein Königsberg seit der Einnahme durch die Sowjetrussen im April 1945, 2.5.1946, SAPMO, DY, 30/IV2/ 2.022/118, Bl. 2.

(…) Seinen Bericht legte er im Mai 1946 unter Eid im britisch besetzten Oldenburg schriftlich nieder, „ da ich der Meinung bin, dass wenigstens etwas von den Qualen und dem Leid, das die Bevölkerung des Ostens erdulden hat, und noch erdulden (,) und solche Grausamkeiten der Sowjets in die Öffentlichkeit dringen“ sollten. Quelle: DER ZUSAMMENBRUCH DES DEUTSCHEN REICHES 1945, S. 598.

Weitere Gefängnisse in Königsberg waren das Stadtgefängnis Königsberg und

Gefängnis Bernecker Straße.

Im Königsberger Polizeipräsidium am Hansaplatz und in dem Gerichtsgebäude (Amts- und Landgericht) kam es zu zahlreichen Vergewaltigungen im April 1945.

 

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