Anonyme Massengräber im Königsberger Gebiet

Das Massengrab am Grenzstreifen der Infanteriekaserne in Preußisch Eylau

Datei:Preußisch Eylau Infantriekaserne.jpg

Ansichtskarte Infanterie-Kaserne am Warschkeiter See in Preußisch Eylau, Ostpreußen

eylau

Lager Nr. 7533

Verantwortliche:

Kurov, ll`ja Vasil`evič
Geb. 1898 in Pavlicha, Kreis Ostaškov (…)
Seit Oktober 1930 Mitglied der Kommunistischen Partei. Tod 1955 in Leningrad.
Beruf:
(…) 05-07/45: Leiter des NKVD-Operativsektors in Preußisch Eylau, Ostpreußen.

Balyberdin, Merkurij Sergeevič
Geb. 1903 in Finatenki, Kreis Kotel`nič (…) in einer Bauernfamilie. Russe. Seit März 1927 Mitglied der Kom. Partei.
Beruf: (…) In Ostpreußen:  Stv. Leiter der NKVD-Operativsektors Preußisch Eylau für operative Arbeit; (…).

Quelle: Petrov, N., Die sowjetischen Geheimdienstmitarbeiter in Deutschland (Berlin 2010), 150-152; 153 ff.

Bildliste in Gefangenschaft verschollener deutscher Zivilisten des Lagers Preußisch Eylau:

Suche per Standort ⇒ Preußisch Eylau ⇒ KC 290; 529 ⇒ Band: KC; Seite 290; 529⇒ Bildliste finden.

Auf den Link klicken: http://193.159.223.62:8081/vbl/Standort/ST.aspx

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz Suchdienst Bildliste in Gefangenschaft Verschollener Nachtrag KA-KK Leitverzeichnis Lager.

Das Massengrab am Grenzstreifen

Quelle: Wir kommen aus Königsberg, S. 99-100

Das größte Massengrab in Ostpreußen befindet sich nahe am umgepflügten Grenzstreifen zwischen dem russischen und polnischen verwalteten Gebiet Ostpreußens. Das Massengrab liegt heute im Sperrgebiet im russischen Teil und man kann keine 50 Meter an den bewachten Grenzzaun herrantreten. In der Kaserne sind noch immer russische Soldaten untergebracht.

Zeitzeugenberiche

„Zwei, die dabei waren, berichteten. Die Königsbergerin Frau E. I. war von Mai bis Oktober l945 irı dem Lager:

„Es war die ehemalige Infanterie Kaserne, bestehend aus acht großen Blocks. Hohe

Wachtürme befanden sich an allen Ecken und Enden. außerdem ringsum Stacheldraht,

ln Block vier und fünf waren die Männer untergebracht.

Als ich am l0. Mai l945 nach Pr. Eylau kam, faßte das Lager etwa 14000 Personen und bereits Ende Juli waren wir nur noch 6000.

Die übrigen 8000 waren inzwischen gestorben, die meisten an Hungertyphus. Täglich fuhren mehrere Hehl-(Kasten-) und Rollwagen mit Leichen zu den in der Nähe befindlichen Spliltergräben. Die nackten Leichen wurden in die Gräben geworfen, mit Chlor begossen und vergraben. Es ist kaum anzunehmen. daß die Russen diese Todesfälle registriert haben, über deren Schicksal niemand etwas weiß.“

Zu dieser Angabe über die Lage der Gräber ergänzt ein Ortskundiger: „Die Toten sind wohl

tatsächlich in den Panzergräben verscharrt worden. Auf dieser Seite von Pr. Eylau war durchgehend ein großer, breiter und tiefer Panzergraben angelegt worden. Ich habe ihn noeh selbst bei meinem kurzen Aufenthalt in Pr. Eylau im Dezember l944 gesehen. Viele Berichte sprechen dafür, daß die Leichen in den Pamtergraben gekippt wurden. Splittergräben sind schmal undnicht sehr tief; sie eignen sich schlecht zur Beseitigung so vieler tausend Leichen.“

Aus Königsberg wurde auch R. Sch. derweil in Hamburg wohnt, in das Pr. Eylauer Lager

gebracht:

„Als ich l946 dort eintraf, waren 7500 Personen dort untergebracht. Als ich 1947 wieder herausdurfte, waren es keine I 500 mehr. Ich kann mich an einen Tag erinnern, an dem allein über 300 Leichen abtransportiert wurden. lmmer auf die gleiche Weise. Ich habe selber oft dabei mitheifen müssen.“

Gewiß handelt es sich dabei um Schätzungen von Gefangenen. Immerhin aber waren gerade diese beiden Zeugen als Aufsichtsposten eingeteilt, so daß sie wohl eine gewissen Übersicht besaßen.

Auch weitere zwei Stimmen erhärten diese Angaben.

Ein evangelischer Pastor aus Königsberg schrieb in einem Bericht vom 28. Juli I949 an das Evangelische Hilfswerk in Stuttgart: „lm Lager Pr. Eylau starben von 12000 Insassen 8000 im ersten Jahr.“ Frau K. aus Rastenburg notierte in einem Bericht vom 20. Februar 1949: „schäzungsweise befanden sich in diesem Lager 10000 bis l2000 Gefangene, von denen ungefähr die Hälfte verstorben ist. Die Todesursache war hauptsächlich Hungertyphus und Wasser.“ (…)

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