Die Täterlisten 1945

Täterliste

der sowjetischen Oberbefehlshaber und Offizieren, die

Kriegsverbrechen in Ostpreußen begingen, dazu aufforderten oder sie bewußt duldeten:

Die Vorgesetzten Befehlshaber und Truppenführer und die des unteren Führerbestandes sind in jedem Fall für die Handlungen ihrer Untergebenen verantwortlich. Die Täterschaft oder Mittäterschaft an Völkerrechtsverstößen ist dokumentarisch erwiesen.

Kriegsverbrecherliste

Stalin,

das Politbüro

Propagandisten und Schriftsteller, die zu Hass gegen die Deutschen aufriefen:

I. Erenburg,

A.N. Tolstoj,

E.V. Tarle,

M.A. Solochov,

k.M. Simorov,

A.A. Fadeev.

Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 256.

und die Mitglieder des Staatlichen Verteidigungskomitees,

die politische und militärische Führung der Roten Armee,

Heeres- und Truppenführer und die ihnen unterstehenden Offiziere aller Grade, die Befehlshaber und Offiziere, die zu Gewalt an der Zivilbevölkerung anstachelten.

Oberbefehlshaber

der Oberbefehlshaber der 1. Weißrussischen Front, Marschall der Sowjetunion Žukov

und führende Offiziere seines Frontstabes,

das Mitglied des Kriegsrates, Generalleutnant Telegin,

Generaloberst der Artillerie Kazakov,

Generaloberst der Flieger Rudenko,

der Chef des Stabes der Front, Generaloberst Nalinin,

der Oberbefehlshaber der 3. Weißrussischen Front, Armeegeneral černjachovskij,

das Mitglied des Kriegsrates, Generalleutnant Chochlov,

der Chef der Politischen Verwaltung des Frontstabes, Generalmajor Razbijcev.

Entsprechende Befehle der Oberbefehlshaber

der 2. Weißrussischen Front, Marschall der Sowjetunion Rokossovskij,

Oberbefehlshaber der 1. Ukrainischen Front, Marschall der Sowjetunion Konev,

sind offenbar nicht erbeutet worden, aber die Verhältnisse in ihren Verantwortungsbereichen waren keine anderen. (…)

Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 254.

Offiziere

der Oberbefehlshaber der 31. Armee, Generaloberst Glagolev,

die Mitglieder des Kriegsrates der 31. Armee,

Generalmajor Karpenkov,

Generalmajor Lachtarin,

sowie der Chef der Politischen Verwaltung der Armee,

Generalmajor Rjapasov,

überdies der Kommandeur des 43. Schützenkorps. Generalmajor Andreev,

der Kommandeur der 72. Schützendivision, Generalmajor Jastrebov,

der Kommandeur der 87. Gardeschützendivision, Generalmajor Tymčik,

der Kommandeur der 88. Schützendivision, Oberst Kortunov.

der Kommandeur der 153. Schützendivision, Oberst Eliseev,

der Kommandeur der 2. Gardeartilleriedivision, Oberst Kobcev,

der Chef der 7. Abt. der Politischen Verw. der 50. Armee, Oberstleutnant Sabaŝtanskij Nach: Kopelew, Aufbewahren für alle Zeit!, 94.

zu dessen Mitarbeitern auch die beiden deutschen Kollaborateure

Major Bechler und Leutnant Graf von Einsiedel als „Frontbeauftragte“ des NKFD, der Kommandeur des Schützenregimentes 611 der 88. Schützendivision,

Oberstleutnant Sotkovskij,

der Kommandeur des Schützenregimentes 14 der 72. Schitzendivision,

Oberstleutnant Korolev,

der Kommandeur des 3. Bataillons des Schützenregimentes 14 der T2.Schitzendivision, Oberleutnant Vasil’ev,

der Adjutant der 2. Abteilung des Artillerieregimentes 919, Oberleutnant Pugačev.

Durch Zufallsfunde im Archiv weiter überlieferten Namen:

Offiziere

Generalleutnant Okorokov, Chef der Politischen Verwaltung der 2. Weißrussischen Front, hat persönlich „umfangreiche Plünderungen“ begangen und ist verantwortlich für andere schwerwiegende Delikte in seinem Dienstbereich.

Nach: Kopelew, Aufbewahren für alle Zeit!, 94.

Generalmajor Berestov, Kommandeur der 331. Schützendivision, vergewaltigte am 2. Februar 1945 in Petershagen bei Pr. Eylau mit einem seiner Begleitoffiziere die Tochter der Bauersfrau, von der er sich hatte bedienen lassen, sowie ein polnisches Mädchen und ist zudem in vollem umfange verantwortlich für die zahlreichen, von seiner Division bei Pr. Eylau und Landsberg begangenen Kriegsverbrechen, „von denen nur ein verschwindend geringer Teil bekannt geworden ist“.

Für die zwischen dem 15. und 21. Februar 1945 in Medenau verübten Straftaten tragen Generalmajor Papčenko, Kommandeur der 124. Schützendivision und

Generalmajor Zareckij, Kommandeur, der 358. Schützendivision, ebenso die Verantwortung, wie solche für die am 4. Februar 1945 in Kragau und Groß-Ladtkeim begangenen kriegsverbrechen.

Gardeoberst Koŝanov, der Kommandeur der 91. Gardeschützendivision, der auch

verantwortlich ist „für die von seinen Soldaten in Thierenberg begangenen Morde und Vergewaltigungen“.

Oberstleutnant Muratov, Kommandeur des Schützenregimentes 1324 der 413. Schützendivision, ließ im Januar 1945 durch seinen

Politstellvertreter, Zampolit (Politischer Kommisar) die Rotarmisten zu Racheakten an den Deutschen aufrufen: „Ihr könnt Euch jetzt rächen. Die kämpfende Truppe kann mit den deutschen Gefangenen machen, was sie will (…).“ Quelle. BA-MA, RH 2/2687, 12.2.1945.

Oberstleutnant Bondarec, Zampolit des Schützenregimentes 510 der 154. Schützendivision der 2. Gardearmee der 3. Weißrussischen Front, gab den Rotarmisten in Ostpreußen bekannt, „Sie könnten deutsche Frauen zwar vergewaltigen“, sollten sie aber nicht erschießen.

Oberstleutnant Tolstuchin, Kommandeur des Gardeschützenregimentes 85 der 3Z.Gardeschützendivision, ließ in Ostpreußen „die meisten deutschen Gefangenen erschießen.“ Quelle. BA-MA, RH 2/2685, 21.3.1945.

Oberstleutnant Rozencvejg, Zampolit des Gardeschützenregimentes 72, ließ den Rotarmisten durch die Einheitsführer mitteilen, sie hätten „volles plünderungsrecht (…) . Quelle: BA-MA, RH 2/2687, 17.2.1945.

Oberstleutnant Saŝenko, Kommandeur des Schützenregimentes 275 der 91. Gardeschützendivision, trägt die volle Verantwortung für die „von seinen Soldaten in der Zeit vom 2. – 8.2.45 in Germau und Krattlau begangenen Kriegsverbrechen“.

Major Beljaev, Chef der „Antifa-Schule“ der 2. Weißrussischen Front, hat in Neidenburg eine hilflose alte Frau, an anderer Stelle drei Verwundete erschossen und andere Verbrechen begangen: Nach: Kopelew, Aufbewahren für alle Zeit!, 87; 94.

Major Sadykov, Kommandeur des Schützenregimentes 870, beging persönlich in Oberschlesien Notzuchtverbrechen und ließ „schon viele Kriegsgefangene erschießen“. Quell: BA-MA, RH 2/2687, 12.3.1945.

Major Kobuljanskij, Kommandeur des 271. Besonderen Motorisierten Bataillons

der 39. Armee, und mehrere seiner Offiziere, unter ihnen der

Kompaniechef Alt-Metveden und der

Zugführer Sinov’ev, haben im Ostseebad Georgenwalde zwischen dem 3. und 5. Februar 1945 persönlich an schweren Notzuchtverbrechen teilgenommen, und sie sind auch verantwortlich für eine Reihe von Mordtaten in der näheren Umgebung.

Oberoffiziere

Hauptmann Sobolev, Adjutant des 2. Bataillons des Schützenregimentes 691 der 383. Schützendivision. Quelle: BA-MA, RH 2/2688, fol. 74, 3.3.1945.

Oberleutnant Ŝerebsov, Chef des Stabes einer Abteilung des Artillerieregimentes 788 der 262.Schützendivision. Quell: BA-MA, RH 2/2687, fol. 72, o. D.

Oberleutnant Sljusarev, Chef des Stabes des 1. Bataillons des Gardeschützenregimentes 72 der 24.Gardeschützendivision. Quell: BA-MA, RH 2/2684, 11.2.1945.

Leutnant Ŝilkov aus demselben Bataillon sowie

Leutnant Kalinin, Politstellvertreter des 2. Bataillons, der die Rotarmisten zur Begehung von Schandtaten ausdrücklich aufwiegelte, indem er ihnen erklärte, „niemanden und nichts soll man verschonen“ (…).

Quellen: Generalmajor Gehlen, Chef der Abteilung Fremde Heere Ost sammelte

erbeutete sowjetische Dokumente, werte abgefangen Funksprüche, Postkarten aus und ließ Täterlisten nach den Verhören gefangener Rotarmisten erstellen.

Namentliche Erfassung sowjetischer Kriegsverbrecher, 17.3.1945, BA-MA, RH 2/2685 und BA-MA, RH 2/2684, 13./16.2.1945.

In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 284-285; 289-291.

Siehe auch:

Die Verantwortlichen für das Königsberger Gebiet 1945 – 1948

https://koenigsberg1945.wordpress.com/2016/06/04/die-verantwortlichen-fuer-das-koenigsberger-gebiet-1945-1948/

Die NKWD Leiter der „Operation Ostpreußen“, die zur “ Kontrolle und Zählung der Bevölkerung“ in ehemaligen Gefängnissen, auf Gutshöfen (wie Karmitten …) und in Lagern ( Rothenstein Kaserne…) Registrierungs- und Verhörzentren errichteten, in denen tausende deutsche Zivilisten an Unterernährung, Folter und Seuchen starben. Während die Rote Armee mit der Zerstörung des deutschen Mobilars und mit Plünderung der Stadt Königsberg beschäftigt war und ihren Zorn gegen alte Männer, Frauen und Kinder ausließen, konnten sich viele echte NS-Größen mit dem Fiesler Storch oder wie Gauleiter Koch, mit Schiffen nach Schleswig-Holstein absetzen.

Der NKWD-Leiter an der 3. Weißrussischen Front, Avakumov

Der NKWD-Leiter an der 1. Weißrussischen Front, Tkačenko

(schrieb auch über die Verbrechen der Roten Armee in einem Bericht vom 16. März 1945 an Berija: „Spezialbericht über die Einstellung der deutschen Bevölkerung
und über manche Vorfalle vom schlechten Benehmen durch
Soldaten der Roten Armee“Quelle: GA RF, F.R. – 9401-2-94)

und nach der Kapitulation Königsbergs,

Der NKWD-Leiter der 1. Weißrussischen Front, Zelenin

Quelle NKWD-Leiter Berichte: GA RF, F.R. – 9401-2-93.

Quelle: Petrov, N., Die sowjetischen Geheimdienstmitarbeiter in Deutschland (Berlin 2010), 150-152.

„Apparat des NKVD-NKGB-Bevollmächtigten in Ostpreußen

Der NKVD-Befehl Nr. 00453 vom 5. 5. 1945 „Maßnahmen zur Säuberung des Territoriums Ostpreußen“ war die Grundlage für die Einrichtung von Operativsektoren und etwas später des Apparats des NKVD-Bevollmächtigten in Ostpreußen. (…)

Teil 1 Struktur und Personalbestand des Apparats

Diese Gruppe wurde mit MGB-Befehl Nr. 00359 vom 13.9.1946 zu MGB-Verwaltung für das Gebiet Kaliningrad.

Der NKVD-Bevollmächtigte in Ostpreußen:

Apollonov, A. N. 5. 5. 1945-1945 (erwähnt 7.6.1945)

Tutuškin, Fedor Iakovlevič 06/45-3.11.1945 (erwähnt 3.7.1945)

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Tutuškin, Fedor Jakovlevič
Geb. am 20. Sept. 1900 in Terechovicy, (…) in einer Bauernfamilie Russe. Seit September 1917 Mitglied der Kommunistischen Partei. Tod am 5. Mai 1959 in Moskau.
Beruf: (…) 29.4.1943-30. 11.1945: Leiter der Spionageabwehr ŠMERŠ
im Militärbez. Moskau, dann Don.
In Ostpreußen: 05-06/45: Stv. NKVD-Bevollmächtigter in Ostpreußen; 06/45: Stv. NKWD-Bevollmächtigter in Ostpreußen.
Rückkehr in die Sowjetunion: 30. 11.1945-8. 2. 1946: der NKVD-Kaderabt. Zugeteilt; (…)
5.8. 1952-1. 8. 1954: Stv. Kommandant des MVD-Lagers Nr. 276 fur verurteilte Kriegsge-
fangene, zuständig für operative Arbeit, Asbest, Geb. Sverdlovsk; 12/53-1.8.1954: Leiter.

Am 22.4.1952 aus der KPdSU (B) ausgeschlossen und von seiner Position enthoben. weil er „die Arbeit des ihm unterstellten Apparats nicht hinreichendt geleitet und kontrolliert“ und sich „im Alltagsleben nicht angemessen verhalten“ habe.
Im Brief des MVD der UdSSR ans ZK der KPdSU (B) heißt es, Tutuškin habe Frauenbekanntschaften gepflegt, sich mit ihnen in der Arbeitszeit in seiner Wohnung getroffen und sei mit ihnen im Auto ins Grüne gefahren. Später hätten sich zwei Frauen. Die Tutuškin zufällig in Kišinëv kennengelernt habe, als „Agenten eines ausländischen Geheimdienstes“ herausgestellt, sie wurden wegen „antisowetischer Tätigkeit“ verurteilt (GARF, f. 9401. op. 2, d. 352, Bl. 232- 233). Er wurde auf Beschluss der Parteikontrollkommission beim ZK der KpdSU vom 17.9.1954 wieder in die Partei aufgenommen.

Trofimov, Boris Petrovič 3.11.1945-4.1.1946

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Trovimov, Boris Petrovič
Geb. 1902 in Helsinki, Vater Buchhalter. Russe. Seit August 1918.Mitglied der Kommunistischen Partei. Tod im Januar 1975 in Moskau.
Beruf: (…) in Ostpreußen: 3.11.1945-4.1.1946; NKVD-Bevollmächtigter in Ostpreußen; 4.1.-24.5. 1946: Bevollmächtígter des NKVD-MVD u. d. NKGB-MGB der UdSSR für Ostpreußen; 24.5.-8.8.1946: Leiter des MVD-Gebietsverw. Königsberg.
in der Sowjetunion: 8.8.19461948-5.6. 947; Leiter der MVD-Gebietsverw. Kaliningrad (…).

Stellvertreter:

Tutuškin, Fedor Iakovlevič 05-06/45

Navalichjn, Stepan Ignafevič 07/45-4. 1. 1946

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Navalichin, Stepan Ignat`evič
Geb. 1905 in Pen`ki ( …) in einer Bauernfamile. Russe. Seit Dezember 1928 in der Kom. Partei. Tod im April 1979 in Moskau.
Beruf: (…) In Ostpreußen: 01-05/45: leite einer NKVD-Operativgruppe in Ostpreußen; 05-07/45: Stv. Leiter des NKVD-Bevollmächtigter für Ostpreußen; 4.1.1946-3.5.1946: Stv. NKVD-NKGB-Bevollmächtigter für Ostpreußen.
In der Sowjetunion: 05/46-01/49: Stv. Leiter d. MVD mit Zuständigkeit für Miliz, Geb. Kaliningrad (…).

Der NKVD-NKGB-Bevollmächtigte in Ostpreußen:

Trofimov, Boris Petrovič 4.1.-8.8.1946

Stellvertreter:

Rudakov, Evgenij Vasil`evič 4.1.-3.5.1946

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Rudakov, Evgenij Vasil`evič
Geb. im Oktober 1905 in Petersburg; Vater Büroangestellter. Russe seit März 1940 Mitglied in der Kom. Partei. Tod 1970 in Moskau.
Beruf: (…) in Ostpreußen: 11/45-4.1.1946: Leiter der Operativgruppeim Apparat des NKVD-NKG-Bevollmächtigte für Ostpreußen; Sondermilitärbez.; 4.1.1946-3.5.1946: Stv. NKVD-NKGB-Bevollmächtigte für Ostpreußen; 3.5-13.9.1946. Leiter der MGB-Operativgruppe Geb. Königsberg.
In der Sowjetunion: 13.9.1946-11.6.1953: Leiter der MGB/ MVD in d. Gebietsverw. Kaliningrad (…).

Navalichin, Stepan Ignat`evič 4.1.-3. 5.1946

Der Leiter der MGB-Operativgruppe Gebiet Königsberg:

Rudakov, Evgenij Vasil`evič 3.5.-13.9.1946

Der Leiter der MGB-Gebietsverwaltung Kaliningrad:

Rudakov, Evgenij Vasil`evič 13.9.1946-8.8.1949

Der Leiter der MVD-Gebietsverwaltung Kaliningrad:

Trofimov, Boris Petrovič 8.8.1946- 5. 6.1947.

NKVD-Operativsektoren und NKVD-Operativgruppen in Kreisen und Städten

1. Operativsektor – Königsberg:

Šišlin, Ivan Vasil`evič 05-07/45

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Šišlin, Ivan Vasil`evič
Geb. 1906 in Petersburg, in einer Bauernfamilie. Russe. Seit April 1928 Mitglied der
Kommunistischen Partei. Tod am 20.April 1949 in Moskau.
Beruf: (…) u. a. Politoffizier in einem Ausbildungszentrum d. Kriegskommissariats, Sarapul.(…)
In Ostpreußen: 24.4.1944-22.7.1945: Stv. Leiter d. Spionageabwehr ŠMERŠ,
3. Beloruss. Front; 01-07/45 in Ostpreußen.
Nach Rückkehr in die Sowjetunion: 22. 7. 1945-06/48: Stv. Leiter d. Spionageabwehr ŠMERŠ zw. Spionageabwehr d. MGB, Militärbez. Baranoviči (…).

Stellvertreter für die operative Arbeit:

Bogdančikov, Vladimir Petrovič 05-07/45

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Bogdančikov, Vladimir Petrovič
Geb. 1910 in Orël, Vater Setzer (1919 verst.). Russe. Seit November 1939 Mitglied der Kommunistischen Partei. Tod 1970 in Rostov am Don.
Beruf: (…) 05-07/45: Stv. Leiter des NKVD-Operativsektors Königsberg für operative Arbeit.
Nach Rückkehr in die Sowjetunion: 06/47-29. 9. 1948: Chef der MVD-Gefängnisabteilung
Gebietsverw. Jaroslavl`(…).

2. Operativsektor – Preußisch-Eylau:

Kurov, Il`ja Vasil`evič 05-07/45

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Kurov, ll`ja Vasil`evič
Geb. 1898 in Pavlicha, Kreis Ostaškov (…)
Seit Oktober 1930 Mitglied der Kommunistischen Partei. Tod 1955 in Leningrad.
Beruf:
(…) In Ostpreußen: 03-05/45: Leiter des NKVD-Operativsektors Königsberg, Rastenburg;
05-07/45: Leiter des NKVD-Operativsektors in Preußisch Eylau, Ostpreußen.
In der Sowjetunion: 07/45-20.12.1945: Leiter des NKVD-NKGB-Operativsektors, Schauljaj. Lit. SSR (…).

Stellvertreter für die operative Arbeit:

Balyberdin, Merkurij Sergeevič 05-07/ 45

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Balyberdin, Merkurij Sergeevič
Geb. 1903 in Finatenki, Kreis Kotel`nič (…) in einer Bauernfamilie. Russe. Seit März 1927 Mitglied der Kom. Partei.
Beruf: (…) In Ostpreußen: Ab 1944 Leiter der NKVD-Operativgruppe bei der 3. Beloruss. Front: Leiter der NKVD-Operativgruppe in Wormdit (erwähnt 27.3.45); Nach dem  11.4.45: Leiter der NKVD-Operativgruppe in Tapiau; 05-07/45: Stv. Leiter der NKVD-Operativsektors Preußisch Eylau für operative Arbeit; Leiter der NKVD-Operativgruppe in Rastenburg (erwähnt 10/45) (…).
In der Sowjetunion: 10.3.47-25.1.51: Stv. Kaderleiter in Noril`sker (…) Verbesserungsarbeitslager (ITL) d. NKVD (…).

3. Operativsektor – Wormdit:

Sivovolov, Aleksej Jakovlevič 05-07/45 (erwähnt 6.6.1945)

Stellvertreter für operative Arbeit:

Prangišvili, Efim Ivanovíč 05-07/45

Prangišvili, Efim Ivanovíč

05-07/45: Stv. Leiter d. NKVD-Operativsektors Wormdit, zuständig für operative Arbeit;

?-25. 7. 1947: Stv. Leiter der Verwaltung des MVD-Kriegsgefangenenlagers Nr. 181 für die operative Arbeit. Entlassen wegen Unfähigkeit.

4. Operativsektor – Elbing:

Oksen` Mendel` Ajzíkovič 05-07/45

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Oksen` Mendel` Ajzíkovič

Geb. am 1. November 1903 in Romanov (…) Vater Angestellter. Jude.

Seit August 1927 Mitglied der Kom. Partei. Tod im November 1981 in Riga.

Beruf: 1923-25: (…) Komsomolsekretär (…).

In den Organen der OGPU/des NKVD-SMERŠ-MGB: 10/27-22.7. 1945. Höhere Funktionen in der OGPU- bzw. NKVD-Sonderabt. bzw. Spionageabwehr

SMERŠ in versch. militär. Einheiten, zuletzt an der 1. Baltischen Front. Seine gesamte Familie – Frau und drei Kinder kam während des Krieges ums Leben.

Stellvertreter für operative Arbeit:

Mutin 05-07/45

5. Operativsektor – Allenstein

Samogorodskij, Boris Michajlovič 05-07/45

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Samogorodskij, Boris Michajlovič
Geb. im IJuni 1906 in Krjukov am Dnepr, Gouvernement Poltava, Vater Schreiner.
Seit August 1929 Mitglied der Kommunistischen Partei. Tod im Juni 1978 in Zitomir.
Beruf: In Ostpreußen: 05-07/45: Leiter des 5. Operativsektors. d. NKVD, Allenstein,
Ostpreußen.
Nach Rückkehr in die Sowjetunion: 07/45-29.7.1948: Leiter der Spionageabwehr ŠMERŠ
bzw. MGB-Spionageabwehr in versch. Einheiten und Militärbezirken, zuletzt Militärbel.
Transbajkal (…).

Stellvertreter für operative Arbeit:

Pavlov, N. S. 05-07/45

6. Operativsektor – Johannisburg:

Lysov, T. T. 05-07/45

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Lysov, Timofej Timofeevič
Geb. 1900 in Petrozavodsk in einer Arbeiterfamile. Russe. Seit April 1918 Mitglied der Kom. Partei. Tod im November 1981 in Voroneẑ.
Beruf: (…) In Ostpreußen: 05-07/45: Leiter der NKVD-Operationssektors Johannesburg in Ostpreußen.
In der Sowjetunion: 06/45-11/46. Stv. Leitder der NKVD-MVD-Verw. Innere Truppen zum Schutz des Hinterlandes der Nordgruppe der Streitkräfte für Aufklärung (…).

Stellvertreter für operative Arbeit:

Špynev, Viktor Vladimirovič 05-07/45

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Špynev, Viktor Vladimirovič

Geb. 1903 in Novgorod, Vater Militär. Russe. Seit September 1930 Mitglied der Kom. Partei. Tod im April 1989 in Leningrad.

Beruf: (…) 04/ 36-24. 7. 1944: Mitarb. in der NKVD-Sonderabt. bzw. Spionageabwehr SMERŠ in versch. militär. Einheiten (…).

In Ostpreußen: 05-07/45: Leiter d. NKVD-Operativgruppe in Ostpreußen; stv.

Leiter d. NVD-Operativsektors Johannisburg f. operative Aufgaben.

In die Sowjetunion: 25. 10. 1945-16. 10. 1946: Mitarb. in d. Spionageabwehr

SMERŠ, Militärbez. Baranoviči (…).

7. Operativsektor – Goldap:

Skripnik, Grigorij Petrovič 05-07/45

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Skripnik, Grigorij Petrovič

Geb. 1906 in Krivoj Rog (…)in einer Bauernfamilie. Ukrainer. Seit November 1927 Mitglied der Kom. Partei. Tod in Groznyj.

Beruf: (…) In Ostpreußen: 05-07/45: Leiter des 7. NKVD-Operativsektos in Ostpreußen, Goldap.

In der Sowjetunion: 28.5.48-04/50: Stv. Innenminister Kirgiz, SSR (…).

Stellvertreter für operative Arbeit:

Kuklin, V. E. 05-07/45

8. Operativsektor – lnsterburg:

Kononenko, D. D. (erwähnt 28.1.1945)

Savenok (Sivenok) (erwähnt 3.3.1945)

Čenborisov, Š. Z. 05-07/45

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Čenborisov Šagalej Zinnatovič

Geb. im September 1910 in Slanlykulovo, Kreis Belebej, (…) in einer Bauernfamilıe. Tatar. Seit Oktober 1930 Mitglied der Kom. Partei.

Beruf: u.a. 1931-07/ 32: Leiter d. Abt. Agitation u. Propaganda im Komsomol

Baškir. Gebietskomitee. (…).

In Ostpreußen: Ab 01/45: Leiter der NKVD-Operativgruppe, 48. Armee, 3. Beloruss. Front u. in Ostpreußen; 05-07/45: Leiter d. 8. Operativsektors d. NKVD, Insterburg/ Ostpreußen.

In der Sowjetunion: 12/46-10/47: Fortbildung f. Führungspersonal beim MVD-Institut in Moskau (…).

Die Pareikontrollkommission beim ZK d er KPdSU (B) schloss ihn am 6.5.1950 aus der Partei aus „wegen Führungsmangels im MVD-Ermittlungsapparat, was zur Folge hatte, dass bei dem ihm unterstellten Mitarbeitern zu ungesetzlichen Ermittlungsmethoden gekommen ist.“

(…) (Auszug aus denm Protolkoll Nr. 144 der Parteikontrollkommission beim ZK der KPdSU (B) vom 6. 5. 1950).

Stellvertreter für operative Arbeit:

Navalichin, Stepan Ignat`evič 05-07/45

Provisorischer Struktur und Stellenplan der Operativgruppe Königsberg der

MGB-Operativgruppe lt. MGB-Befehl Nr. 00168 vom 29.4.1946

Leiter der Operativgruppe (1 Person), stv. Leiter (1 Person)

2. Abteilung (52 Personen)

Operativabteilung (4 Personen)

Ermitlungsabteilung (17 Personen)

5. Unterabteilung (5 Personen)

Abteilung „A“ (6 Personen)

Abteilung „W“ (3 Personen) „PK“ der Abteilung „W“ -37 Personen (extra Stellenplan)

Kaderabteilung (5 Personen)

Verwaltung Inneres, Wirtschaft u. Finanzen (4 Personen)

Insgesamt: 149 Personen

MGB-Operativgruppen in Städten (gleichberechtigt mit MGB-Stadtabteilungen):

Insterburg (27 Personen), Tilsit (24 Personen)

MGB-Operativgruppen (gleichberechtigt mit Unterabteilungen der Stadtbezirke):

11 Gruppen mit je 8 Personen, insgesamt 88 Personen.

Gefängnisse:

Untersuchungsgefängnis in Königsberg für 300 Personen (Personalbestand 64 Pers.) und

Gefängnisse in Tilsit und Insterburg für jeweils 50 Personen.

Insgesamt belief sich der Personalbestand für das Gebiet Königsberg auf 419 Personen.“

In dem Buch „Petrov, N. V., Die sowjetischen Geheimdienste in der SBZ/DDR von 1945 bis 1953, 228-229“, werden nach Originalquellen weitere Namen der Inneren Truppe des NKWD in Königsberg genannt: In dem Brief des Generalleutnant Sladkewitsch an den Kommandeur der 63. Schützendivision der Inneren Truppen in Königsberg wird berichtet,

dass NKWD Truppen in den Gefängnissen vermeintliche Werwölfe zu Geständnissen erpressten unter Androhung von Gewalt. Wenn bei den Verhören Gefangene starben erfand man einen Fluchtversuch und stahl den Besitz des Gefangenen.

63. Schützendivision der Inneren Truppen in Königsberg

Unterleutnant R. (221. Selbständiges Schützenbataillion der 25. Schützenbrigade)

Leutnant K. (267. Schützenregiment)

Obersergeant K. (218. Selbständiges Schützenbataillon der 24. Schützenbrigade)

Kompaniechef Leutnant W.

Teil II: Tätigkeitsbereiche (des NKWD Königsberg)

Nr. 103. Direktive Nr. 19: 10-00528 der Hauptverwaltung der Inneren

Truppen des NKWD der UdSSR „Über den Kampf gegen die Verletzung der

revolutionären Gesetzlichkeit“. 28. September 1945

Streng geheim

lnhalt:

Über den Kampf gegen die Verletzung der revolutionären Gesetzlichkeit

An die Chefs der Inneren Truppen des NKWD der Bezirke, die Kommandeure selbständiger Verbände und Truppenteile

Nur: Kommandeur der 63. Schützendivision der Inneren Truppen in Königsberg.

Bei Operationen zur Bekämpfung des Bandentums gibt es nach wir vor Fälle in denen Angehörige der Inneren Truppen des NKWD Festgenommene eigenmächtig schlagen und erschießen und sich ihre Sachen aneignen.

Am 24. Juli d. J. schlug Unterleutnant R. (221. Selbständiges Schützenbataillion der 25. Schützenbrigade). der bei der Vernehmung eines Festgenommenen anwesend war, diesen mit einem Knüppel. Zu dieser Angelegenheit ist eine Untersuchung eingeleitet worden.

Ani 24. Juli d. J. eignete sich Obersergeant K. (218. Selbständiges Schüzenbataillon der

24. Schützenbrigade) bei der Durchsuchung eines Festgenommenen dessen Sachen an. Schlug ihn beim Abführen und erschoß ihn danach. Zu der Tötung des Festgenommenen wurde eine fingierte Handlung erfunden. demnach sei dieser bei einem Fluchtversuch erschossen worden.

Diese fiktive Geschichte wurde auf Drängen und unter Beteiligung von Kompaniechef Leutnant W. Konstruiert. Zu dieser Angelegenheit wurde eine Untersuchung eingeleitet.

Am 21. August d. J. jagte Leutnant K. (267. Schützenregiment) dem Festgenommenen Repninski bei einem Verhör durch Schüsse in die Luft Angst ein und erschoss ihn später. Leutnant K. wurde vom Militärtribunal zu zwei Jahren verurteilt.

Solche Verletzungen der revolutionären Gesetzlichkeit bei den Truppen des NKWD sind absolut unzulässig. sie müssen auf das Entschiedenste bekämpft werden.

(…)

Stellvertreter des Chefs der Inneren Truppen des NKWD der UdSSR

Generalleutnant Sladkewitsch

Quelle: RGWA 38686 1/20, Bl. 307-308. Beglaubigte Kopie.

Smerš-Abteilung („smert špionam“ – Tod den Spionen), welche der Obersten Heeresleitung direkt unterstellt war und nach den nie verwirklichten „Werwolf“-Einheiten suchte, und somit hunderte jugendlicher Ostpreußen  verschleppte oder richtete. unter der Leitung von General F. Vachitov.

Verwaltung Spionageabwehr SMERŠ des Besonderen Militärbezirks

Der besondere Militärbezirk wurde im Juli 1945 in Ostpreußen eingerichtet, am 27.2.1946

aufgelöst, die Truppen wurden dem Baltischen Militärbezirk eingegliedert:

Mitrofanov, Nikolaj Vasil`evič 22. 7. – 1. 10. 1945

22. 7. -1. 10. 1945: Kommissar. Leiter d. Spionageabwehr SMERš in einem Besond. Militärbezirk; ab 1. 10. 1945: Stv. Leiter d. Spionageabwehr SMERš in einem Besond. Milítärbezirk.

(kommissarisch)

Kravčenko, Nikolaj Grigor`evič: 1.10.1945-4.2.1946

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Kravčenko, Nikolaj Grigor`evič
Geb. 1912 in Ekaterinoslav in einer Bauernfamilie. Ukrainer. Seit September 1937 Mitglied der Kommunistischen Partei, seit Mai 1932 Kandidat. Tod im April 1977 in Kaliningrad.
Beruf: (…) 11/48-12/52: Stv. Leiter der MGB-Spionageabwehr, GSBSD.
Nach Rückkehr in die Sowjetunion: (…) Ab 08/59 Ruhestand in L`vov,
dann Kaliningrad.

Stellvertreter:

Mitrofanov, N. V. 22.7.1945-?

Die Stadt wurde in  Sektoren aufgeteilt und Kriegskommandanten unterstellt…

Die Verantwortung trug am Anfang der Kriegsrat der 3. Weissrussischen Front.
Ab dem 10. Mai übernahm ein Provisorischer Verwaltungsrat
die Verantwortung für die Zivilisten. Alle Einwohner von Königsberg sollten
erfasst werden und ihnen Wohnplätze und Arbeitsstelle zu geteilt werden.

Die 6. Trophäen-Armee verursachte die große Hungerkatastrophe durch die Zerstörung der Güter und den Abtransport der landwirtschaftliche Geräte und Arbeitstiere.

Deutsche, die in Sowchosen beschäftigt waren erhielten im März und April gar keine Essenmarken. Nichtarbeitsfähigen Deutschen wurde im November nur unregelmäßig 200 gr. Brot pro Tag zugeteilt.

Quelle: Arbušauskaitė, A., DAS TRAGISCHE SCHICKSAL OSTPREUSSENS NACH 1945 IM LICHTE NEUER DOKUMENTE. Nach S. Kruglov: GA RF, F.R. – 9401-2-136.