Kriegsverbrechen nach Kreisen

Quellen: Generalmajor Gehlen, Chef der Abteilung Fremde Heere Ost sammelte erbeutete sowjetische Dokumente, wertete abgefangene Funksprüche und Postkarten aus und ließ Täterlisten nach den Verhören gefangener Rotarmisten erstellen.

Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 284-285.

Die Abteilung Fremde Heere Ost sammelte Meldungen der Feldkommandobehörden über sowjetische Kriegsverbrechen.

Massaker im Kreis Goldap 1944

Vorfall:

Ausmordung der Bevölkerung, Kreuzigungen, Vergewaltigungen.

Verantwortliche:

Der Oberbefehlshaber der 31. Armee, Generaloberst Glagolev,

die Mitglieder seines Kriegsrates,

Generalmajor Karpenkov,

Generalmajor Lachtarin,

Generalmajor Rjapasov,

der Kommandeur der 88. Schützendivision, Oberst Kovtunov (…).

Quelle: BA-MA, RH 2/2687, 11.1.1945.

In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 259.

Massaker im Kreis Heydekrug 1945

Vorfall:

Erschießungen, Vergewaltigungen und Zerstörung von Wohneigentum.

Verantwortliche:

Kommandeur der 87. Gardeschützendivision, Generalmajor Tymčik,

der Kommandeur der 2. Gardeartilleriedivision, Oberst Kobcev.

Quelle: BA-MA, RH 2/2687, 11.1.1945.

In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 259.

Massaker in Schillmeyszen am 26. Oktober 1944

Den Vorfall schilderte der Kanonier Erich Czerkus vom Artillerieregiment 121: An einer Scheune fand ich meinen Vater, mit dem Gesicht zur Erde liegend und mit einer Einschußstelle im Genick. (…) In einer Stube lagen ein Mann und eine Frau, die Hände auf den Rücken gefesselt und beide mit einer Leine zusammengebunden. (…) In einem weiteren Gehöft erblickten wir 5 Kinder mit ihren Zungen auf einen großen Tisch angenagelt. (…) Unterwegs erblickten wir 5 Mädchen an einer Leine zusammengebunden, die Kleidung fast vollständig entfernt und den Rücken stark aufgerissen. Es hatte den Anschein, als ob die Mädchen eine längere Strecke geschleift worden waren. Außerdem sahen wir an der Straße einige total überwalzte Trecks.“

Verantwortliche:

93. Schützenkorps der 43. Armee der 1. Baltischen Front.

Quelle: BA-MA, RH 2/2687, 10.1.1945. In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 265-266.

Kreis Braunsberg

Massaker von Mehlsack am 19. Februar 1945,

Quelle: Abgehörter Funkspruch der 129 . bzw . 269 . Schützendivision der 3. Armee an den übergeordneten Stab der 3. Weißrussischen Front. Diese Division erhielt den Befehl, alle Kriegsgefangenen zu erschießen.

Verantwortliche:

Kommandeur der 72. Schützendivision, Generalmajor Jastrebov. Dieses wurde von dem Regimentskommandeur des Schützenregimentes 14 dieser Division, Oberstleutnant Korolev, noch einmal ausdrücklich bestätigt.

Quelle: Ba-Ma, RH 2/2684, 15.2.1945. In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945,262.

 

Massaker im Kreis Sensburg

Kriegsgefangenberichte:

Starŝij Seržant Razygraev von der 358. Schützendivision.

Der Adjutant der II. Abteilung Artillerieregiment 919, Oberleutnant Pugatschew, nahm sich 3 Mädchen von etwa 18 Jahren (hiervon eine Polin), schleppte sie in sein Zimmer und vergewaltigte sie nacheinander. Danach übergab er die Mädchen den Rotarmisten, welche ihrerseits die Mädchen nach schweren Misshandlungen mehrfach vergewaltigten. Eines von den Mädchen wurde daraufhin erschossen.

Rotarmist der 343. Schützendivision:

Er sah zwei ermordete ältere Frauen. Die nächsten Ermordeten sah er einige Kilometer ostwärts von Sensburg. Auf dem Wege von dort nach Osten sah er auf dem Wege immer wieder Ermordete, darunter eine vergewaltigte Frau, etwa 5 km vor Johannisburg. Sie lag da mit aufgehobenen Röcken und eingestecktem Peitschenstiel (…).

Quelle: BA-MA, RH 2/2687, 7.3.1945. In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 263-264.

Kreis Gumbinnen im Okober 1944

Vorfall: Etnische Säuberungen der Kleinstädte südlich von Gumbinnen.

In Nemmersdorf wurden im Oktober 1944 72 Männer, Frauen und Kinder erschlagen, Frauen und selbst kleine Mädchen vorher vergewaltigt und einige Frauen an Scheunentore genagelt. Es wurden in der Nähe französischer Kriegsgefangene ermordet.

Das gleiche Schicksal erlitten die Ortschaften Bahnfelde und Gut Teichhof.

In Alt Wusterwitz wurden in einem Stall auch die Überreste mehrerer bei lebendigen Leibe Verbrannter gefunden. Tote lagen am Straßenrand, in den Höfen und Häusern.

Oberleutnant Dr. Amberger:

Unter anderem sah ich zahlreiche Frauen, die man vergewaltigt und danach mit Genickschuß getötet hatte, zum Teil lagen daneben auch die ebenfalls getöteten Kinder.“

Verantwortliche:

16. Gardeschützendivision des 2. Gardepanzerkorps der 11. Gardearmee

Quelle: BA-MA, RH 2/2685, fol. 168, 22./23.10.1944. In: Zayas, Anmerkungen zur Vertreibung, 62 ff.

Siehe: Massaker von Schulzenwalde

https://koenigsberg1945.wordpress.com/2016/06/04/massaker-von-schulzenwalde/

Siehe: Bilddokumente Nemmersdorf

https://koenigsberg1945.wordpress.com/2016/06/05/bilddokumente-nemmersdorf-massaker/

Siehe: Das Massaker von Nemmersdorf

https://koenigsberg1945.wordpress.com/2016/06/05/das-massaker-von-nemmersdorf/

 

Massaker im Kreis Johannesburg am 24. Januar bis 1. Februar 1945

Vorfall:

Ermordung von 120 (97) Zivilpersonen sowie einiger deutscher Soldaten und französischer Kriegsgefangener aus einem Flüchtlingstreck an der Straße Nickelsberg-Herzogdorf südlich von Arys.

An der Straße Stollendorf-Arys wurden 32 Flüchtlinge erschossen und an der Straße Arys-Drigelsdorf bei Schlagakrug am 1. Februar auf Befehl eines sowjetischen Offiziers etwa 50 Menschen, meist ihrer Eltern und Angehörigen in den Flüchtlingswagen entrissene Kinder und Jugendliche.

Bei Groß Rosen (Groß Rosensko) verbrannten die Sowjets zu Ende Januar 1945 etwa 30 Menschen bei lebendigen Leibe in einer Feldscheune. Ein Augenzeuge hat an der Straße nach Arys „eine Leiche an der anderen liegen gesehen“.

In Arys selbst wurde eine „große Anzahl von Erschießungen“ anscheinend auf einem Sammelplatz und in einem Folterkeller des NKVD wurden „Misshandlungen schwerster Art“ bis hin zum Tode vorgenommen.

Verantwortliche:

50. Armee der 2. Weißrussischen Front.

Quelle: Bericht des Bundesarchivs „Vertreibung und Vertreibungsverbrechen“ enthält den Auswertungsbogen über Johannisburg in Ostpreußen.In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 266.

Massaker im Kreis Wehlau

Vorfall:

Die Heeresgruppe Mitte meldete am 22. Januar 1945, dass ein Flüchtlingstreck von vier Kilometern Länge, „zum großen Teil Frauen und Kinder“, bei Grünhayn im Kreise Wehlau von Panzern des 2. Gardepanzerkorps überrollt, mit Panzergranaten und MG-Garben beschossen, und der Rest von MP-Schützen niedergemacht worden war.

Verantwortliche:

2. Gardepanzerkorps

Quelle: BA-MA, RH2/2684, 22.1.1945. In: Vertreibung und Vertreibungsverbrechen, 60 ff, 90 f. In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 266.

Kreis Labiau

Massaker von Gertlauken

Vorfall:

Die Heeresgruppe Mitte meldete am 22. Januar 1945, dass 50 Personen aus einem Flüchtlingstreck von sowjetischen Soldaten teilweise durch Genickschuß getötet wurden.

Verantwortliche:

Unbekannte Rotarmisten.

Quelle: BA-MA, RH2/2684, 22.1.1945.

Kreis Elbing

Massaker von Plohnen bei Elbing.

Vorfall:

Die Heeresgruppe Mitte meldete Ende Januar 1945, dass ein Flüchtlingstreck von Panzern der 5. Gardepanzerarmee überfallen und zusammengeschossen wurde.

Alle Frauen zwischen 13 und 60 Jahren sind von den Rotarmisten unablässig „in der rohesten Weise“ vergewaltigt worden. Deutsche Soldaten einer Panzeraufklärungskompanie fanden eine Frau mit durch Bajonett aufgerissenem Unterleib und eine andere junge Frau auf einer Holzpritsche mit zerschmettertem Gesicht.

Verantwortliche:

5. Panzergardearmee.

Quelle: BA-MA, RH 2/2685, fol. 186, 26.2.1945. In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 267.

Massaker von Meislatein

Vorfall:

Zerstörte und geplünderte Flüchtlingstrecks beiderseits der Straße, die Leichen von Insassen daneben im Straßengrabend liegend.

Verantwortliche:

Unbekannte Rotarmisten.

Quelle: BM-MA, RH 2/ 2685, fol. 186, 25..1945, Liste 2, fol. 174, Januar 1945, ebedna, fol. 187, o. D. In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 268.

Kreis Allenstein

Massaker von Allenstein folgt…

Massaker in der Nähe von Tollnicken

Vorfall:

Eine siebenköpfige Familie einschließlich kleiner Kinder wurde erschossen, weil sich die Eltern einner Vergewaltigung ihrer beiden Töchter widersetzt hatten. Und ebenfalls wurden ein junger Mann, ein Landwirt und drei deutsche Soldaten erschossen.

Verantwortliche:

3. Gardekavalleriekorps.

Quelle: BA-MA, RH2/2687, 73 c 1, o. D..

Ermittlungen von SD von örtlicher Polizei nach der Befreiung ostpreußischer Dörfer durch die Wehrmacht.

Kreis Preußisch Holland

Massaker der Ortschaften um Pr. Holland am 28. und 30. Januar 1945

Vorfall:

Die Heeresgruppe Nord meldete am 2. Februar 1945, dass bei Göttchendorf, Döbern und Bordehnen Einwohner erschlagen oder erschossen wurden. „In Göttchendorf bei Pr. Holland liegen in einem Zimmer allein 7 erschlagene Zivilisten, darunter 2 ältere Frauen, 2 Männer, ein etwa 14-jähriger Junge. In die Ecke gekauert ein 9-jähriger Junge mit völlig zerschlagenem Schädel und über diesem ein 15-jähriges Mädel mit zerstochenen Halz und zerkratztem Gesicht, Bajonettstichen in Brust und Unterleib, mit völlig entblößtem Unterkörper. Ein 80-jähriger Großvater lag erschossen vor der Türe. Kriegsgefangene deutsche Soldaten und Wehrmachturlauber wurden auf der erschossen.“

Verantwortliche:

10. Panzerkorps der 5. Gardepanzerarmee.

Quelle: BA-MA, RH2/2687, 73 c 1, 3.2.1945. In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 269.

Kreis Preußisch Eylau

Massaker bei Landsberg

Vorfall:

Deutsche Soldaten und Zivilpersonen wurden durch Bajonettstiche, Kolbenhiebe und Nahschüsse getötet und zum Teil massakriert.

In Landsberg verbrannten im Keller gesperrte Frauen und Kinder bei lebendigen Leibe und fliehende wurden erschossen.

ln einem Dorf an der Straße Landsberg – Heilsberg wurden 37 Frauen und Mädchen sechs Tage und Nächte lang in einen Keller gesperrt, dort zum Teil angekettet und unter Beteiligung der Offiziere täglich mehrfach vergewaltigt. Zwei dieser Sowjetoffiziere schnitten „mit einem halbrunden Messer“ zwei Frauen der entsetzten Schreie wegen vor aller Augen die Zungen heraus. Zwei anderen Frauen waren die aufeinandergelegten Hände mit einem Bajonett auf dem Fußboden festgenagelt worden. Nur wenige der Unglücklichen konnten schließlich von deutschen Panzersoldaten befreit werden, 20 Frauen waren den Mißhandlungen erlegen.

Verantwortliche:

1. Gardepanzerarmee.

Quelle: Namentliche Erfassung sowjetischer Kriegsverbrecher, 17.3.1945, BA-MA, RH 2/2685.

Massaker von Hanshagen bei Pr. Eylau

Es wurden zwei Mütter, die sich der Vergewaltigung ihrer Töchter widersetzten, erschossen und ein Vater, dessen Tochter zu gleicher Zeit aus der Küche geschleppt und von einem sowjetischen Offizier vergewaltigt wurde. Ermordet wurden ferner das Lehrerehepaar mit drei Kindern, ein unbekanntes Flüchtlingsmädchen, der Gastwirt und ein Landwirt, dessen 21-jährige Tochter vergewaltigt wurde.

Verantwortliche:

331. Schützendivision.

Quelle: Namentliche Erfassung sowjetischer Kriegsverbrecher, 17.3.1945, BA-MA, RH 2/2685.

Massaker von Petershagen bei Pr. Eylau

Esd wurden zwei Männer und ein Junge im Alter von 16 Jahren namens Richard von Hoffmann erschossen, während sie den Frauen und Mädchen brutale Gewalt antaten.

Verantwortliche:

331. Schützendivision.

Quelle: Namentliche Erfassung sowjetischer Kriegsverbrecher, 17.3.1945, BA-MA, RH 2/2685. In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 284.

Kreis Samland im Februar 1945

Quelle: Das Oberkommando der Armeeabteilung Samland/ Heeresgruppe Nord führte mit Hilfe der Polizei Untersuchungen über das Schicksal der Bevölkerung in den wieder befreiten Gebieten durch. Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 285.

Massaker von Georgenswalde

Vorfall:

Es wurden vier Zivilpersonen ermordet und die Leichen wurdne in das Feuer des angezündeten Gutes geworfen. Die Rotarmisten und die Offiziere vergewaltigten Frauen und Mädchen im Kindesalter.

Verantwortliche:

271. besonders Motorisierte Battalion (Kradschützen) der 39. Armee.

Quelle: Das Oberkommando der Armeeabteilung Samland/ Heeresgruppe Nord.

ostseebad_und_villen_kolonie_georgenswalde_1908-1910

Ostseebad und Villen Kolonie Georgenswalde 1908-1910

Gutshaus Georgenswalde, Quelle: Ostpreußen.net

54°56’32.67″N 20° 6’11.37″E

gut-georgenswalde

Hofeinfahrt Gutshof Georgenswalde, Gutshofgebäude existiert nicht mehr, aber zwei der Verwaltungsgebäude stehen noch.

Massaker von Kragau

Vorfall:

Zwei junge Frauen wurden vergewaltigt und erwürgt.

Verantwortliche:

91. Gardeschützendivision.

Quelle: Das Oberkommando der Armeeabteilung Samland/ Heeresgruppe Nord.

Massaker von Medenau

Vorfall:

Es wurden elf Zivilpersonen ermordet. Vor einem Hause lagen hier die Leichen zweier ermordeter Frauen, eines Kleinkindes und eines Säuglings. Zwei ältere Männer und ein 14 Jahre alter Junge waren erschlagen worden, ebenso zwei Frauen und zwei kleine Mädchen nach der Vergewaltigung.

Die völlig entkleidete Leiche einer etwa 30-jährigen Frau wies stichwunden in der Brust auf, ihr war der Schädel gespalten worden, und sie war von Schüssen durchbohrt.

Verantwortliche:

358. Schützendivision.

Quelle: Das Oberkommando der Armeeabteilung Samland/ Heeresgruppe Nord.

Massaker von Groß-Ladtkeim

Vorfall:

Es wurden zwei deutsche Kriegsgefangene und vier Zivilpersonen, unter ihnen den Bürgermeister und dessen Frau. Von der 18-jährigen Tochter fehlte jede Spur. Doch wurde die Leiche eines jungen Mädchens aufgefunden, dem nach der Vergewaltigung die Brüste abgeschnitten und die Augen ausgestochen worden waren.

Verantwortliche:

91. Gardeschützendivision.

Quelle: Das Oberkommando der Armeeabteilung Samland/ Heeresgruppe Nord.

Massaker von Thierenberg, Raum Krattlau-Germau am 7.Februar 1945

Vorfall:

In Thierenberg wurden 21 aus dem Heim für Kriegsversehrte bei Sorgenau dorthin verschleppte deutsche Soldaten ermordet. Elisabeth Homfeld wurde vergewaltigt und mit ihrem Schwager durch Kopfschüsse getötet, ebenso Minna Kottke, die sich der Vergewaltigung hatte erwehren wollen, und der Sohn des Pfarrhofpächters, Ernst Trunz. In einem Schuppen sind durch eine hineingeworfene Handgranate drei dort eingesperrte Frauen, ein Mann getötet, und mehrere Personen schwer verletzt worden.

Sowjetische Offiziere und Soldaten haben in der Kriegsgefangenschaft später zugleich gestanden, sich an Frauen und selbst an minderjährigen Mädchen pausenlos und „auf tierische Weise“ vergangen zu haben.

Verantwortliche:

91. Gardeschützendivision.

Quelle: Namentliche Erfassung sowjetischer Kriegsverbrecher, 17.3.1945, BA-MA, RH 2/2685 und BA-MA, RH 2/2684, 13./16.2.1945.In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 285.

Massaker von Krattlau

Vorfall:

Es wurden sechs Männer und zwei deutsche Soldaten durch Bajonettstiche oder Kopfschüsse ermordet. Alle Frauen und Mädchen einschließlich der Dreizehnjährigen wurden ununterbrochen vergewaltigt, „manche Frauen 5 bis 8 mal am Tage von jeweils 6 bis 8 soldaten geschlechtlich mißbraucht“.

Drei bis vier der jüngsten Frauen blieben den Offizieren vorbehalten, die sie nach vollendetem Notzuchtverbrechen an ihre untergebenen weiterreichten.

Verantwortliche:

Gardeschützenregimentes 275 der 91. Gardeschützendivision.

Quelle: Das Oberkommando der Armeeabteilung Samland/ Heeresgruppe Nord

Massaker von Annetal

Vorfall:

zwei Frauen lagen auf einem Dunghaufen. Sie waren geschändet und anschließend erwürgt worden.

Verantwortliche:

Vermutet wird die 91. Gardeschützendivision und der Stab mit Teilen des Gardeschützenregimentes 275.

Quelle: Das Oberkommando der Armeeabteilung Samland/ Heeresgruppe Nord.

Massaker von Germau

Es wurden die Leichen von 21. ermordeten Männer, Frauen und Kinder aufgefunden.

Elf Personen hatten die ungeheuerlichen Torturen nicht ertragen und ihrem Leben selber ein Ende gemacht. 15 deutsche verwundete waren durch Zerschlagen des Kopfes ermordet und einem von ihnen war eine Mundharmonika gewaltsam in den Mund getrieben worden. Nach Feststellungen von Stabsarzt Dr.Tolzien wies eine Frauenleiche folgende Verletzungen auf: Kopfdurchschuss, Zertrümmerung des linken Unterschenkels, breite offene Schnittwunde an der Innenseite des linken Unterschenkels, große offene Wunde an der Oberseite des linken Oberschenkels, durch Messerstiche beigebracht. Einer anderen Frau ebenso wie einem der Kleidung beraubten jungen Mädchen war der Hinterkopf zerschmettert worden. Ermordet aufgefunden wurden die Eheleute Retkowski, die Eheleute Sprengel mit drei Kindern, eine junge Frau mit zwei Kindern und ein unbekannter Pole.

In einem Gemeinschaftsgrab lagen die Leichen einer unbekannten Flüchtlingsfrau, der Rosa Thiel, geb. Witte und eines 21-jährigen polnischen Mädchens, alle drei nach der Vergewaltigung grausam ermordet, ferner die Leichen zweier Handwerksmeister des Ortes, von denen einer, der Müller Maguhn, erschossen worden war, weil er seine minderjährige Tochter vor der Vergewaltigung hatte schützen wollen. An der Straße Germau-Palmnicken, bei Kilometerstein 5, wurden zwei kleine Mädchen aufgefunden.

Beide hatten Nahschüsse im Kopf und einem waren die Augen ausgestochen worden. Die weibliche Bevölkerung von Germau, etwa 400 Frauen und Mädchen, war auf Befehl des Kommandeurs der 91. Gardeschützendivision, Oberst Koŝanov, in der Kirche eingeschlossen worden, angeblich,so jedenfalls der kriegsgefangene Major Kostikov, um sie vor Ausschreitungen zu bewahren. Sowjetische Offiziere und Soldaten drangen dennoch in die Kirche ein und führten auf der Empore „Massenvergewaltigungen“ durch.

Kirchenempore von der Kirche in Germau

Auch in den umliegenden Häusern wurden die Frauen in den folgenden Tagen, meist von Offizieren, pausenlos geschändet, junge Mädchen in einer Nacht bis zu zweiundzwanzigmal, die 13-jährige Eva Link in der Glockenstube der Kirche von einem Offizier und mehreren Rotarmisten achtmal vor den Augen der fassungslosen Mutter, die anschließend das gleiche Los traf.

Verantwortliche:

91. Gardeschützendivision und der Stab mit Teilen des

Gardeschützenregimentes 275.

Quelle: Namentliche Erfassung sowjetischer Kriegsverbrecher, 17.3.1945, BA-MA, RH 2/2685 und BA-MA, RH 2/2684, 13./16.2.1945. In: Hoffmann, J., Stalins Vernichtungskrieg, 1941-1945, 286.